Das Leben des heiligen Märtyrers Hilarion (Troitsky)



Eine der bekanntesten Persönlichkeiten der russischen Kirche der 1920er Jahre war der Erzbischof Hilarion von Wereja, ein herausragender Theologe und talentierter Mensch. Mit seinem ganzen Leben legte er ein Zeugnis seiner großen Liebe zur Kirche Christi ab, bis hin zum Martyrium für sie.


Seine theologischen Werke zeichnen sich durch eine strikte kirchliche Ausrichtung, den unermüdlichen Kampf gegen Scholastik und den spezifischen Latinismus aus, der die russische Theologie seit der Zeit des Metropoliten Peter Mogila beeinflusst hatte.

Sein Ideal ist die Kirchlichkeit der theologischen Schule und der theologischen Wissenschaft.

Seine ständige Mahnung: Es gibt keine Erlösung ohne Kirche, es gibt keine Sakramente außerhalb der Kirche.

Erzbischof Hilarion (weltlicher Name: Wladimir Alekseewitsch Troitskij) wurde am 13. September 1886 in der Familie eines dörflichen Priesters in der Provinz Tula geboren.

Noch als kleines Kind hatte er einen großen Wunsch zu lernen. Als fünfjähriger Junge nahm er seinen dreijährigen Bruder an die Hand und machte sich mit ihm aus seinem Heimatdorf auf den Weg nach Moskau, um zu lernen. Und als sein Bruder angefangen hat vor Müdigkeit zu weinen, sagte Wladimir zu ihm: „Nun, dann bleib ungelernt.“ Die Eltern bemerkten rechtzeitig das Verschwinden der Kinder und brachten sie schnell zurück nach Hause. Wladimir wurde bald zur Theologischen Schule und dann zum Theologischen Seminar geschickt. Nach Abschluss des Seminars begann er das Studium an der Moskauer Theologischen Akademie, die er 1910 mit dem Grad eines Dr. der Theologie glänzend abgeschlossen hat. Er durfte als Professuren-Stipendiat an der Akademie bleiben.

Es ist bemerkenswert, dass Wladimir in allen Schulen, bis hin zur Theologischen Akademie, sehr gut war. Er hatte immer in allen Fächern hervorragende Noten.

1913 erhielt Wladimir einen Master-Abschluss in Theologie für sein fundamentales Werk „Essays aus der Geschichte des Dogmas über die Kirche“.


Sein Herz war erfüllt mit dem Wunsch, Gott als Mönch zu dienen. Am 28. März nahm er das Mönchtum mit dem Namen Hilarion in der Einsiedlerklause Paraklit der Dreifaltigkeitslaura des hl. Sergij an und wurde nach ungefähr zwei Monaten am 2. Juni zum Priestermönch ordiniert. Am 5. Juli desselben Jahres wurde Hilarion in den Rang eines Archimandriten erhoben.


Am 30. Mai 1913 wurde Priestermönch Hilarion zum Inspektor der Moskauer Theologischen Akademie ernannt. Im Dezember 1913 wurde dem Archimandrit Hilarion der Titel eines außerordentlichen Professors für die Heilige Schrift des Neuen Testaments verliehen.


Archimandrit Hilarion erlangt großes Ansehen sowohl als Pädagoge an der Theologischen Schule als auch als Professor-Theologe und als berühmter Prediger der Kirche.

Seine dogmatischen Werke bereicherten eines nach dem anderen die Theologie. Seine Predigten waren wie eine Glocke, die die Menschen zum Glauben an Gott und zur moralischen Erneuerung aufrief.


Und als die Frage nach der Wiederherstellung des Patriarchats dringend wurde, sprach er sich mit Begeisterung auf dem Landeskonzil von 1917-1918, dessen Mitglied er war, für das Patriarchat aus. „Niemals“, sagte Archimandrit Hilarion, „war die russische Kirche ohne den Ersten Hierarchen. Unser Patriarchat wurde von Peter I. zerstört. Wen hat es gestört? Die Kollegialität der Kirche? Aber gab es nicht gerade zur Zeit der Patriarchen besonders viele Konzile? Nein, das Patriarchat hat weder die Katholizität noch die Kirche gestört. Wen denn?

Da sehe ich vor mir zwei gute Freunde, zwei Größen des 17. Jahrhunderts - Patriarch Nikon und Zar Alexej Michajlowitsch. Um die Freunde im Streit auseinander zu bringen, flüstern böse Bojaren dem Zaren zu: "... Wegen des Patriarchen bist du, Herrscher, unsichtbar geworden." Und übrigens hat Nikon geschrieben, als er den Moskauer Altar verließ: "... Nun möge er, der Herr, ohne mich mehr Raum bekommen." Diesen Gedanken von Nikon verwirklichte Peter, in dem er das Patriarchat zerstörte. „Es möge mir, dem Herrscher, ohne Patriarchen mehr Freiraum entstehen“ ...


Aber das kirchliche Bewusstsein, sowohl in der 34. Apostelregel als auch im Moskauer Konzil von 1917, sagt geeint das Eine: "... Bischöfe jeder Nation, einschließlich der Russen, sollen den Ersten unter ihnen wählen und ihn als das Haupt anerkennen."
Und ich möchte an alle appellieren, die ihre Stimmen - aus welchem Grund auch immer - gegen das Patriarchat erheben. Väter und Brüder! Zerstört nicht die Freude unserer gleichen Gesinnung! Warum nehmt ihr diese undankbare Aufgabe auf euch? Warum haltet ihr hoffnungslose Reden? Schließlich kämpft ihr doch gegen das Kirchenbewusstsein. Fürchtet euch, gegen Gott zu kämpfen  (siehe Apostelgeschichte 5, 39)! Wir haben bereits gesündigt, gesündigt, indem wir vor zwei Monaten das Patriarchat nicht wiederhergestellt haben, als wir nach Moskau kamen und uns zum ersten Mal in der Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale zusammentrafen. Hat es dann nicht manch Einem von uns bis zu Tränen geschmerzt, den leeren Patriarchen-Katheder zu sehen?  Und als wir vor den heiligen Reliquien der Wundertäter von Moskau und der ersten Kirchenväter Russlands niederknieten , hörten wir dann nicht ihren Vorwurf, dass unsere Patriarchen-Kanzel seit zweihundert Jahren leer bleibt? "


Nach der Machtübernahme begannen die Bolschewiki sofort, die Kirche zu verfolgen, und bereits im März 1919 wurde der Archimandrit Hilarion verhaftet. Die erste Haftstrafe dauerte drei Monate.


Am 12./25. Mai 1920 wurde Archimandrit Hilarion zum Bischof Werejskij, dem Vikar der Moskauer Diözese, geweiht.


Seine Zeitgenossen beschreiben ihn als einen sehr positiven Menschen. Jung, fröhlich, sehr gut ausgebildet, war er ein wunderbarer Redner, Prediger und Sänger, ein brillanter Polemiker, immer natürlich, aufrichtig, offen. Körperlich sehr stark, groß, mit breiter Brust, prächtigem blondem Haar, hatte er ein klares, helles Gesicht. Er war sehr beliebt beim Volk. Als Prediger und Redner wurde er Lunatscharskij und Alexander Wwedenskij gleichgestellt, und sogar höher als diese. Bischof Hilarion genoss große Autorität bei den Geistlichen und seinen Brüdern - Bischöfen, die ihn für seinen Verstand und seine Glaubensstärke sehr schätzten.


Sein bischöflicher Dienst war ein Kreuzweg. Kaum waren zwei Jahre seit seiner Priesterweihe vergangen, landete er in der Verbannung in Archangelsk. Ein ganzes Jahr lang wurde Bischof Hilarion vom kirchlichen Leben ferngehalten. Nach seiner Rückkehr aus der Verbannung setzte er seine Arbeit fort. Der heilige Patriarch Tichon machte ihn zusammen mit dem Erzbischof Seraphim (Alexandrow) zu seinem engsten Berater und Gleichgesinnten.
Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus der Verbannung wurde der Bischof Hilarion vom Patriarchen zum Erzbischof ernannt. Seine kirchlichen Tätigkeiten erweiterten sich. Er bemühte sich in den schwierigen Verhandlungen mit Tutschkow (Zuständiger für kirchliche Angelegenheiten der OGPU Geheimpolizei) um die Möglichkeit, das Leben der russisch-orthodoxen Kirche unter den Sowjets auf der Grundlage des kanonischen Kirchenrechts gestalten zu können, engagiert sich für die Wiederherstellung der kirchlichen Organisation und verfasst eine Reihe von Botschaften für den Patriarchen.


Für die „Erneuerer“ (Russisch: „Obnowlentsy“) wird er zu einer Gefahr. In ihren Augen ist er von Seiner Heiligkeit Patriarch Tichon nicht zu trennen. Am 22. Juni / 5. Juli 1923 hält Erzbischof Hilarion anlässlich des Festes der Ikone der Muttergottes von Wladimir im von den Erneuerern besetzten Sretensky-Kloster eine Nachtwache ab. Er vertreibt die „Erneuerer“. Erneut weiht er die Kathedrale und gliedert dadurch das Kloster wieder in die kanonische Kirche ein. Am nächsten Tag dient der Heilige Patriarch Tichon im Kloster. Der Gottesdienst dauert den ganzen Tag und endet erst um sechs Uhr abends. Hierarch Tichon ernennt Bischof Hilarion zum Vorsteher des Sretensky-Klosters.

Der Anführer der Erneuerer Metropolit Antonin (Granowskij) schlägt wütend zurück und beschuldigt kurzerhand den Patriarchen und Erzbischof Hilarion der Konterrevolution. "Tichon und Hilarion, -schrieb er, - produzierten "selig"-giftige Gase gegen die Revolution, und die Revolution nahm nicht nur Tichon‘s Geistlichkeit, sondern die ganze Kirche als Versammlung von Verschwörern unter die Lupe. Hilarion läuft herum und besprüht (weiht) die Kirchen, in denen Erneuerer waren. Er betritt unverschämt diese Kirchen... Tichon und Hilarion sind die Gegner der Revolution und der Kirche Gottes, und sie können keine guten Taten zu ihrer Entlastung vorlegen“ (Izvestia, 23. September 1923).



Erzbischof Hilarion war im Klaren über den verbrecherischen Charakter der „Erneuerer“ und führte hitzige Debatten mit Alexander Wwedensky in Moskau. Wie Erzbischof Hilarion selbst sagte, „drückte er in diesen Auseinandersetzungen den Wwedensky an die Wand“ und deckte alle seine Tricks und Lügen auf.
Erzbischof Hilarion störte die Anführer der „Erneuerer“. Deswegen unternahmen sie alles Mögliche, um ihn einzusperren. Im Dezember 1923 wurde Erzbischof Hilarion zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. In Etappen wurde er in das Lager Kem und dann nach Solovki gebracht.

Als der Erzbischof die Umstände in den Baracken und die Ernährung im Lager sah, sagte er: "Wir werden hier nicht lebend rauskommen."

Erzbischof Hilarion hat seinen Kreuzweg angetreten, und dieser wird mit seinem seligen Tod enden.


Der Kreuzweg des Erzbischofs Hilarion ist von besonders großem Interesse für uns, denn er zeugt von der geistlichen Stärke des Märtyrers für Christus. Wollen wir auf diesen Abschnitt seines Lebens näher eingehen.


Während der Zeit auf Solovki bewahrte Erzbischof Hilarion alle seine guten Eigenschaften, die er sich vor und im Mönchtum, sowie im Priestertum erarbeitet hatte. Diejenigen, die zu dieser Zeit bei ihm waren, waren Zeugen seiner völligen Entsagung, tiefen Einfachheit, echten Demut und kindlichen Sanftmut. Er gab einfach alles weg, was er hatte, alles, worum man ihn bat.


Seine Sachen interessierten ihn nicht. Deswegen musste sich jemand finden, der sich aus Barmherzigkeit um die Sachen von Erzbischof Hilarion kümmerte. Und so ein Novize war bei ihm auch auf Solovki. Man konnte den Erzbischof Hilarion beleidigen, er reagierte aber nie darauf und oftmals merkte er das nicht einmal. Er war immer fröhlich, und selbst wenn er beunruhigt und besorgt war, zeigte er es nicht und blieb heiter und fröhlich. Er betrachtete alles mit geistigen Augen, und alles diente ihm zum Wohle seiner Seele.


Ein Augenzeuge erzählte Folgendes. "Im Fischerort Filimonowo, circa sieben Werst (alte russische Längeneinheit = 1,06 km) vom Solovki-Kreml und dem Hauptlager am Ufer des Weißen Meeres entfernt arbeiteten Erzbischof Hilarion, zwei weitere Bischöfe, einige Priester und ich (alle waren Gefangene) als Netzmacher und Fischer. Erzbischof Hilarion sprach von unserer Arbeit gern mit den geänderten Worten des Sticherons von Pfingsten: „Alles kommt vom Heiligen Geist: damals wurden die Fischer zu Theologen, heute umgekehrt - die Theologen werden zu Fischern.“ So zeigte er Demut in der neuen Situation.


Seine Gutmütigkeit erstreckte sich selbst auf die Sowjetmacht, auch sie konnte er mit gutmütigem Auge betrachten.


Eines Tages wurde ein junger Priestermönch aus Kasan nach Solovki gebracht. Er wurde zu drei Jahren Verbannung verurteilt, weil er das Orarion (Stola) einem Diakon aus den „Erneuerern“ weggenommen und ihn zum Gottesdienst nicht zugelassen hatte. Der Erzbischof ermutigte den Priestermönch und scherzte über unterschiedliche Längen von Haftstrafen für verschiedene Häftlinge, die oft der Schwere der „Verbrechen“ nicht entsprachen. Erzbischof Hilarion pflegte mit den Worten aus der Osterpredigt von Johannes Chrysostomus zu sagen: „Der Herr ist großzügig, er empfängt den Letzten wie den Ersten. Er lässt den Arbeiter der elften Stunde zur Ruhe eingehen wie den der ersten Stunde. Die Werke nimmt Er an und begrüßt den Absicht. Die Tat ehrt Er, und die Absicht lobt Er.“ Diese Worte klangen ironisch, vermittelten aber ein Gefühl des Friedens und ermutigten die schwere Prüfung wie von Gottes Hand anzunehmen.


Erzbischof Hilarion amüsierte sich darüber, dass Solovki eine Schule der Tugenden war - Entsagung, Sanftmut, Demut, Enthaltsamkeit, Geduld, Fleiß.
Einmal wurde eine frisch angekommene Gruppe von Geistlichen beraubt, und die geistlichen Väter waren sehr deprimiert. Einer der Gefangenen sagte zu ihnen scherzhaft, dass hier auf so eine Weise die Tugend der Entsagung beigebracht wird. Erzbischof Hilarion war begeistert von diesem Scherz.
Einem Gefangenen wurden zweimal hintereinander die Stiefel gestohlen und er musste in zerrissenen Galoschen herumlaufen. Erzbischof Hilarion, wenn er ihn sah, reagierte darauf mit Fröhlichkeit, was die Stimmung lockerte und die Gefangenen ermutigte.
Seine Liebe zu jedem einzelnen Menschen, seine Aufmerksamkeit und sein Interesse an jedem einzelnen Menschen, seine Geselligkeit waren einfach beispiellos.

Er war der beliebteste Mensch im Lager, in allen Milieus. Sowohl der General, Offizier, Student und Professor kannten ihn, sie redeten mit ihm, suchten ihn auf oder er sprach sie an, obwohl es viele andere Bischöfe gab, auch ältere und nicht weniger gebildete. Erzbischof Hilarion war bekannt als ein guter hochgeachteter Mensch auch unter dem "Gesindel", Kriminellen, in der Unterwelt der Diebe und Banditen. Ob während der Arbeit, zwischendurch oder in seiner freien Stunde, konnte man ihn Hand in Hand mit solchen Typen spazieren gehen sehen. Keineswegs war es eine Herablassung gegenüber dem jüngeren, gefallenen Bruder. Er redete mit jedem auf gleicher Augenhöhe, fragte zum Beispiel nach dem „Beruf“, der Lieblingsbeschäftigung. Das "Gesindel" war sehr stolz und sensibel. Man konnte gegenüber dem „Gesindel“ nicht herablassend sein, ohne dafür bestraft zu werden. Und deswegen war die Umgangsform von Erzbischof Hilarion am erfolgreichsten. Er verbesserte sie als Freund durch seine Anwesenheit und Aufmerksamkeit. Und seine Beobachtungen in diesem Milieu waren hoch interessant, wenn er darüber erzählte.


Er ist für jeden zugänglich, er ist wie jeder andere. Mit ihm zusammen zu sein, zu reden ist für jeden einfach und unkompliziert. Eine gewöhnliche, einfache Erscheinung, nichts Heiliges – so war Erzbischof Hilarion.  Aber hinter dieser gewöhnlichen Form der Fröhlichkeit und Weltlichkeit konnte man nach und nach die Reinheit eines Kindes, große spirituelle Erfahrung, Güte und Barmherzigkeit, diese wonnige Gleichgültigkeit gegenüber materiellen Werten, den wahren Glauben, echte Frömmigkeit, moralische Vollkommenheit, hohe Intelligenz in Verbindung mit klaren Überzeugungen und großer Überzeugungskraft erkennen.

Diese Maske von Gewöhnlichkeit, Einfachheit, Weltlichkeit, sein Narrentum in Christo verbarg vor den Menschen eine intensive innere Arbeit und schützte ihn selbst vor Heuchelei und Eitelkeit. Er war ein großer Gegner der Heuchelei und der zur Schau gestellten Frömmigkeit.

In der „Troitskij‘ Artel“ (so hieß die Arbeitsgruppe von Erzbischof Hilarion) hat der Klerus auf Solovki eine gute Schule durchgemacht. Alle haben verstanden, dass es sich nicht lohnt, sich sündig zu nennen oder nur lange fromme Gespräche zu führen und seine Askese zur Schau zu stellen. Und noch weniger macht es Sinn, mehr von sich zu denken, als man wirklich ist.


Jeden neu ankommenden Priester fragte Erzbischof Hilarion darüber aus, was er vor der Verbannung war.
Einmal wurde ein Abt nach Solovki gebracht. Der Erzbischof fragte ihn:

  • Weswegen wurden Sie verhaftet?
  •  Na ja, als das Kloster geschlossen wurde, habe ich bei mir Zuhause Gottesdienste abgehalten, - antwortete der Abt. - Nun versammelten sich Leute, und es gab sogar Heilungen ...
  • Ach so, es gab sogar Heilungen ... Wie viele Jahre Solovki haben Sie bekommen?
  • Drei
  • Nun, das ist wenig, für Heilungen hätte man mehr geben sollen, die sowjetische Macht hat schlecht aufgepasst.

Es ist klar: über die Heilungen nach seinen eigenen Gebeten zu erzählen war mehr als unbescheiden.


Mitte des Sommers 1925 wurde Erzbischof Hilarion von Solovki ins Gefängnis nach Jaroslawl gebracht. Hier war die Situation anders als auf Solovki. Im Gefängnis genoss Erzbischof Hilarion besondere Privilegien. Er durfte geistliche Bücher erhalten und nutzte diese Vorteile. Er las von den heiligen Vätern und schrieb Auszüge daraus. So entstanden viele dicke Hefte mit Belehrungen von den heiligen Väter. Erzbischof Hilarion hatte die Möglichkeit, nach der Gefängniszensur diese Notizbücher an seine Freunde zum Aufbewahren weiterzugeben.

Der heilige Bischof besuchte heimlich den Gefängniswärter, der ein gutherziger Mann war, und lagerte bei ihm illegale Manuskripte geistlicher und sowjetischer Literatur, sowie Kopien von verschiedenen kirchlichen Verwaltungsdokumenten und der Korrespondenz von Bischöfen.


Zur gleichen Zeit ertrug Erzbischof Hilarion mutig eine Reihe von Unannehmlichkeiten. Als er im Jaroslawl-Gefängnis war, kam es in der russischen Kirche zum sogenannten gregorianischen Schisma (Spaltung). In dieser Zeit erschien ein GPU-Agent (Geheimdienst) bei ihm und hat versucht ihn zu überreden, sich dem neuen Schisma anzuschließen. "Moskau liebt Sie", sagte der Vertreter der GPU, "Moskau wartet auf Sie." Erzbischof Hilarion blieb unnachgiebig. Er durchschaute den Plan der GPU und vermochte es der Versuchung zu widerstehen, die ihm die hochbegehrte Freiheit im Gegenzug zum Verrat versprach. Der Agent war über seinen Mut verwundert und sagte: "Es ist schön, mit einem klugen Menschen zu sprechen." Und fügte gleich hinzu: „Und wieviele Jahre auf Solovki haben Sie bekommen? Nur drei Jahre?! Drei Jahre für Hilarion?! So wenig? “ Kurz nach diesem Gespräch wurden weitere drei Jahre auf Solovki für Hilarion hinzugefügt, mit der Begründung: "für den Verrat von Staatsgeheimnissen", d. h. für die Bekanntmachung seines Gesprächs mit einem Agenten im Jaroslawl-Gefängnis.

Im Frühjahr 1926 wurde Erzbischof Hilarion wieder nach Solovki gebracht. Das war die Fortsetzung seines Kreuzweges. Die Gregorianer ließen ihn nicht in Ruhe. Sie haben immer noch gehofft, einen so einflussreichen Hierarchen wie Erzbischof Hilarion auf ihre Seite zu holen und so ihre Position zu stärken.
Anfang Juni 1927, als die Schifffahrt auf dem Weißen Meer gerade erst begonnen hatte, wurde Erzbischof Hilarion zu Verhandlungen mit Erzbischof Grigori nach Moskau gebracht. Dieser versuchte hartnäckig in Anwesenheit weltlicher Personen den Erzbischof Hilarion zu überreden, "Mut zu fassen" und die Leitung des Gregorianischen "obersten Kirchenrates" zu übernehmen, der zunehmend an Bedeutung verlor. Erzbischof Hilarion lehnte das kategorisch ab und erklärte, dass die Arbeit des „obersten Kirchenrates“ ungerecht und deswegen zum Scheitern verurteilt sei. Sie sei von Menschen ins Leben gerufen worden, die sich weder im kirchlichen Leben noch in den kirchlichen Kanons auskennen und sie sei deswegen zum Scheitern verurteilt. Dabei ermahnte Erzbischof Hilarion den Erzbischof Grigori brüderlich, die nutzlosen und die Kirche schädigenden Pläne zu unterlassen.

Solche Treffen wiederholten sich mehrmals. Man versuchte, den Erzbischof Hilarion zu überreden. Man versprach ihm volle Handlungsfreiheit und „den weißen Klobuk“ (Kopfbedeckung des höheren Priestertums), er aber hielt an seinen Überzeugungen fest. Es gab ein Gerücht, dass er einmal zu seinem Gegenüber sagte: "Obwohl ich ein Erzpriester bin, bin ich trotzdem ein emotionaler Mensch. Und ich bitte Sie zu gehen, bevor ich die Geduld verloren habe." "Ich verrotte eher im Gefängnis, als ich meine Überzeugungen verrate", sagte er einmal zum Bischof Hervasius. Diese Haltung gegenüber den Gregorianern behielt er bis ans Ende seines Lebens.

In unruhigen Zeiten, als nach der Spaltung durch die „Erneuerer“ die Meinungsunterschiede auch unter den auf Solovki in Verbannung lebenden Bischöfen entstanden, wurde der Erzbischof Hilarion zu einem wahren Friedensstifter unter ihnen. Es gelang ihm, auf der Grundlage der Orthodoxie sie zu einigen. Erzbischof Hilarion gehörte zu den Bischöfen, die 1926 eine Kirchendeklaration erarbeiteten, die die Position der orthodoxen Kirche unter den neuen historischen Bedingungen erläuterte. Sie bekam eine große Rolle im Kampf gegen die damals entstandenen Spaltungen.

Im November 1927 kam es zu einer Meinungsunsicherheit unter einigen Bischöfen auf Solovki wegen der Josephiten-Schismas. Dem Erzbischof Hilarion gelang es etwa fünfzehn Bischöfe in der Zelle des Archimandriten Theophan zu sammeln, wo alle einstimmig beschlossen, der orthodoxen Kirche unter der Leitung von Metropolit Sergij treu zu bleiben. „Keine Spaltung!", rief Erzbischof Hilarion aus. „Egal, was sie uns sagen, wir werden es als Provokation betrachten!"


Am 28. Juni 1928 schrieb Erzbischof Hilarion an seine Nächsten, dass er auf keinen Fall mit all denen sympathisiert, die sich abgespaltet hatten. Er hielte ihre Sache für unbegründet, absurd und äußerst schädlich. Er betrachtete eine solche Spaltung als „kirchliches Verbrechen“, das unter den damals aktuellen Bedingungen sehr schwerwiegend war. "Ich sehe absolut nichts in den Handlungen von Metropolit Sergij und seiner Synode, was das Maß an Nachsicht und Geduld übersteigen würde", sagt er. Und in einem Brief vom 12. August 1928 entwickelt er seinen Gedanken: „Überall wird zur Begründung der Spaltung nur Unsinn geschrieben. Was hat man nun ausgedacht! Er sei ein Abweichler! Und wie schreiben sie! Als ob sie den Verstand ganz verloren hätten. Sie stürzen selbst in den Abgrund und ziehen andere mit.“ Gleichzeitig kommt er zum Schluss, dass man den Metropoliten Joseph nicht mehr überzeugen kann: "Man läuft bei ihm gegen die Wand. Einmal aus Böswilligkeit die Sünde der Trennung begangen, wird er bis ans Ende seines Lebens bei seinen Ansichten bleiben.“

Erzbischof Hilarion hat sich auch sehr viel Mühe gegeben, den Bischof Viktor (Ostrowidow) Glasowsky zu bekehren, der den Ideen von den Unterstützern von Joseph nahestand. „Mit ihm zu sprechen ist unmöglich", schrieb Erzbischof in einem Brief vom 28. Juni 1928. "Er will nichts hören und hält nur sich selbst für einen, der Recht hat“. Trotzdem konnte der Erzbischof Hilarion erreichen, dass Bischof Viktor nicht nur sein Unrecht anerkannte, sondern auch an seine Gefolgschaft schrieb und sie ermahnte, die Spaltung zu stoppen.

Es ist bemerkenswert, dass Erzbischof Hilarion einem GPU-Agenten die ganze Absurdität des Bündnisses der Sowjetmacht mit den „Erneuerern“ furchtlos aufzeigte. Und er vermittelte ihm eine Idee, dass es viel sinnvoller wäre, ein Bündnis mit der Orthodoxen Kirche zu schließen und sie zu unterstützen: Dies würde möglich machen, dass die echte und ein hohes Maß an Autorität besitzende Kirche die Macht der Sowjets akzeptieren würde.


Obwohl dem Erzbischof Hilarion nicht alles über das damalige kirchliche Leben bekannt war, war er dennoch kein gleichgültiger Betrachter vieler kirchlicher Unannehmlichkeiten und Katastrophen, die die Gläubigen erleiden mussten. Viele wandten sich an ihn und fragten ihn, was zu tun sei, um den Frieden der Kirche unter den neuen politischen Bedingungen zu erreichen. Das war eine sehr schwierige Frage. Und darauf gab Erzbischof Hilarion eine sehr gründliche und fundierte Antwort, die auf orthodoxen Kanonen und kirchlicher Praxis basierte.

Folgendes schrieb er den Fragenden in seinem Brief vom 10. Dezember 1927:
„In den letzten zwei Jahren habe ich am kirchlichen Leben nicht teilgenommen und habe darüber nur zerstückelte und möglicherweise ungenaue Informationen. Daher ist es schwer für mich, Urteile über die Details und Einzelheiten dieses Lebens zu fällen, aber ich denke, ich kenne die allgemeine Linie des kirchlichen Lebens und seine Mängel und Krankheiten. Der Hauptnachteil, der bereits früher zu spüren gewesen war, ist der, dass seit 1917 kein Konzil in unserer Kirche stattgefunden hat, gerade in der Zeit, wo die Konzile besonders notwendig sind. Denn die russische Kirche ist auch nicht ohne Gottes Willen in die völlig neuen historischen Verhältnisse geraten, Verhältnisse, die ungewöhnlich und ganz anders sind als die zuvor. Die kirchliche Praxis, einschließlich der Beschlüsse des Konzils von 1917-1918, passt nicht zu diesen neuen Bedingungen, da sie unter anderen historischen Bedingungen entstanden ist.

Mit dem Tod Seiner Heiligkeit des Patriarchen Tichon wurde die Situation noch schwieriger. Die Frage der Vertretung des Patriarchen ist meines Wissens überhaupt nicht geklärt, die Leitung der Kirche funktioniert nicht. Ich weiß nicht, ob es unter unseren Geistlichen und insgesamt unter den bewussten Mitgliedern der Kirche so naive und kurzsichtige Menschen gibt, die immer noch Illusionen über die Restauration und den Sturz der Sowjetmacht u. ä. haben. Aber ich denke, dass alle, denen das Wohlergehen der Kirche am Herzen liegt, erkennen, dass die Russische Kirche sich in die neuen historischen Bedingungen finden muss. Deshalb ist ein Kirchenkonzil notwendig. Und man muss die Staatsmacht bitten, die Einberufung des Konzils zu erlauben.

Aber jemand muss das Konzil berufen, die notwendigen Vorbereitungen treffen, mit einem Wort, die Kirche zum Konzil führen. Deshalb brauchen wir jetzt vor dem Konzil ein kirchliches Gremium. Ich habe eine Reihe von Anforderungen an die Organisation und Aktivitäten dieses Gremiums. Und ich denke, diese Anforderungen haben alle, die keine Spaltung und neue Verwirrung wollen, sondern eine Befriedung der Kirche anstreben.


Hier sind einige dieser Anforderungen:

1. Das provisorische Kirchengremium soll in seinem Ursprung kein eigenständiges Organ sein, sondern von Anfang an die Zustimmung des Patriarchen-Vertreters haben.

2. Nach Möglichkeit sollten diejenigen im provisorischen Kirchengremium zusammenkommen, die vom Vertreter des Patriarchen Metropolit Peter (Poljanskj) oder vom Heiligen Patriarchen dazu beauftragt wurden.

3. Das provisorische Kirchengremium soll das Episkopat vereinen und nicht weiter spalten. Das Gremium soll nicht richten oder bestrafen. Das wird das Konzil machen.

4. Das provisorische Kirchengremium soll seine Aufgabe bescheiden und praktisch wahrnehmen - die Berufung des Konzils.

Die letzten beiden Punkte bedürfen einer besonderen Erläuterung. Über den Hierarchen und den Gläubigen weht der widerspenstige Geist der Höchsten Kirchlichen Verwaltung (WZU) von 1922. Seitdem sind die Gläubigen misstrauisch geworden. Das provisorische Kirchenorgan muss die geringste Ähnlichkeit seiner Tätigkeit mit den kriminellen Aktivitäten des WZU unbedingt vermeiden. Andernfalls kommt es nur zu neuen Unstimmigkeiten. Die WZU begann mit Lüge und Betrug. Bei uns soll alles auf Wahrheit beruhen. Die WZU, ein selbsternanntes Organ, hat sich selbst zum obersten Schiedsrichter der Schicksale der russischen Kirche erklärt, für das weder die kirchlichen noch die allgemeinen Göttlichen und menschlichen Gesetze Geltung haben. Unser kirchliches Gremium ist nur provisorisch und hat nur die Aufgabe das Konzil zu berufen. Die WZU hat all diejenigen verfolgt, die sich ihr nicht unterwerfen wollten, d. h. alle anständigen Leute unter den Hierarchen und anderen in der Kirche Tätigen. Sie drohte mit Hinrichtungen und versprach Gnade denen, die sich unterwerfen würden.

Diese widerliche Seite verbrecherischer Aktivitäten der WZU und ihres Nachfolgers, der sogenannten Synode mit ihren Konzilen in den Jahren 1923 bis 1925, hat Verachtung verdient. Sie brachte den unschuldigen Menschen viel Unglück und Leiden, verursachte nur Böses und hatte nur zur Folge, dass ein Teil von Hierarchen und von nicht standhaften Gläubigen die Kirche verließ und sich der Spaltungsbewegung angeschlossen hat. Überhaupt nichts dergleichen soll das provisorische Kirchenorgan tun. Ich betone diesen Gedanken besonders, weil ich darin die größte Gefahr sehe. Unser Kirchenorgan soll nur das Konzil berufen. Im Hinblick auf das Konzil sind folgende Anforderungen zwingend erforderlich.


5. Das provisorische Kirchenorgan soll das Konzil zusammenrufen, aber nicht auswählen, wie es die WZU im Jahre 1923 gemacht hat. Ein Konzil aus ausgesuchten Teilnehmern würde keine Autorität besitzen und keine Befriedung der Kirche, sondern nur neue Unstimmigkeiten in die Kirche bringen. Es besteht wahrlich kein Bedarf die Zahl der „Räuber-Konzile“ in der Kirchengeschichte zu erhöhen, drei davon sind genug: eines in Ephesus im Jahr 449 und zwei in Moskau in den Jahren 1923-1925.

Mein erster Wunsch an das Konzil selbst ist es, dass es seine völlige Nicht-Zugehörigkeit und Nicht-Solidarität mit allen politisch unzuverlässigen Richtungen beweisen kann, um den Nebel skrupelloser und stinkender Verleumdungen zu zerstreuen, der sich über die russische Kirche durch die kriminellen Bemühungen böser Gestalten („Erneuerer“) niedergelassen hat. Nur das richtige Konzil kann Autorität gewinnen, die Befriedung des kirchlichen Lebens erreichen und den gequälten Herzen der gläubigen Menschen Frieden geben. Ich glaube, dass das Konzil das Verständnis der Wichtigkeit des aktuellen kirchlichen Moments offenbaren und das kirchliche Leben in den neuen Bedingungen gestalten wird. “

Nur in der Kollegialität der Kirche, wie Erzbischof Hilarion dachte und behauptete, wird die Befriedung der Kirche stattfinden und sich die normale Tätigkeit der russisch-orthodoxen Kirche unter den neuen Bedingungen des Sowjetstaates etablieren.


Sein Kreuzweg ging zu Ende. Im Dezember 1929 wurde Erzbischof Hilarion für drei Jahre nach Zentralasien in die Stadt Alma-Ata verbannt. In Etappen ging er von einem Gefängnis zum anderen. Unterwegs wurde er ausgeraubt. In Leningrad kam er in Lumpen voller Ungeziefer und bereits krank an. Aus dem Leningrader Gefängniskrankenhaus, in dem er untergebracht wurde, schrieb er:
"Ich bin schwer an Typhus erkrankt, liege in einem Gefängniskrankenhaus. Ich habe mich wahrscheinlich unterwegs angesteckt. Am Samstag, dem 28. Dezember soll mein Schicksal (Krankheitskrise) entschieden werden, höchstwahrscheinlich werde ich es nicht überstehen."

Im Krankenhaus sagte man ihm, er müsse kahlrasiert werden, worauf der Erzbischof antwortete: "Jetzt macht mit mir, was ihr wollt." Im Fieberwahn sagte er: "Jetzt bin ich völlig frei, niemand kann mir noch etwas anhaben."

Der Todesengel stand bereits am Haupt des Märtyrers. Ein paar Minuten vor seinem Tod kam ein Arzt rein und sagte, dass die Krise vorbei wäre und er nun genesen könnte. Erzbischof Hilarion flüsterte kaum hörbar: „Wie schön! Jetzt sind wir weit weg von ... “ Und mit diesen Worten starb der Bekenner Christi. Es war am 15./28. Dezember.
Metropolit Serafim Tschitschagow, der damals die Leningrader Kathedra innehatte, bekam die Erlaubnis, den Körper von Erzbischof Hilarion zur Beerdigung mitzunehmen. Ein weißes Bischofsgewand und eine weiße Mitra wurden ins Krankenhaus gebracht. Der Verstorbene wurde gekleidet und in die Kirche des Jungfrauenklosters in Leningrad gebracht. Den Erzbischof konnte man kaum erkennen. Im Sarg lag ein elender, kahlrasierter, grauhaariger alter Mann. Eine der Verwandten des Verstorbenen fiel in Ohnmacht, als sie ihn im Sarg sah. Er sah so anders aus, als der frühere Hilarion.
Er wurde auf dem Friedhof des Nowodewitschi-Klosters (Neujungfrauen-Kloster) in der Nähe der Gräber der Verwandten des Erzbischofs beigesetzt, wo auch später der Patriarch Alexej beigesetzt wurde.

Neben Metropolit Seraphim und Erzbischof Alexej nahmen Bischof Amvrossij (Libin) von Luzhsk, Bischof Sergij (Zenkewitsch) von Lodejnopolsk und drei weitere Bischöfe an der Beerdigung teil.

So ging dieser Held der Seele und des Leibes in die Ewigkeit, ein Mensch mit wunderbarer Seele, von Gott mit hervorragenden theologischen Gaben gesegnet, der sein Leben für die Kirche geopfert hat. Sein Tod war ein riesengroßer Verlust für die russisch-orthodoxe Kirche.

Ewiges Gedenken für Dich, Seliger Heiliger Bischof Hilarion!
Sretenskij Kloster 23/12/2008